Wiener Straße 65 (verlegt 2013)

SR Anna Caroline (Anna Schwarz)

Die Ordensschwester wurde in Hartheim ermordet

Anna Schwarz wurde am 22. Juni 1876 in Stickelberg, Gemeinde Hollenthon geboren.
Ab 1935 war sie in der Anstalt Mauer-Öhling, von wo sie am 7. August 1941 nach Hartheim abtransportiert und dort ermordet wurde.

Schulschwester

Schulschwester

Anna Schwarz stammte aus einfachen Verhältnissen. Sie wurde 1900 als Ordensschwester des Klosters Sta. Christiana in Frohsdorf geweiht und erhielt den Ordensnamen Anna Caroline. In den frühen 1920er-Jahren war sie zur Ausbildung im Elsass und hatte bereits dort gesundheitliche Probleme.

Über Veranlassung der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt wurde sie Anfang 1928 aufgrund von Verfolgungsideen in die Anstalt Am Steinhof eingewiesen, von wo sie nach kurzer Zeit in die Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling verlegt wurde. In den Krankenakten wird sie als ruhig, fügsam und heiter beschrieben. Mitte 1932 wurde sie in häusliche Pflege ins Kloster in Frohsdorf entlassen.

Bald darauf konnte sie wieder Ihren Dienst in der Klosterschule Sta. Christiana in Wiener Neustadt versehen. 1935 wurde sie auf Betreiben des Gesundheitsamtes Wiener Neustadt abermals in die Heilanstalt überstellt. Dort war sie auch noch, als im Juni 1940 im Rahmen der „Aktion T4“ eine Ärztekommission in dieser Anstalt erschien und Meldebogen über sämtliche Insassen in die Zentrale nach Berlin schickte. Dort wurde am Fließband anhand dieser Zettel über Leben und Tod entschieden. Das Leben von Sr. Anna Caroline wurde als „unwert“ befunden.

Am 7. August 1941 kamen die grauen Autobusse und holten sie und weitere 58 Opfer mit dem letzten Transport vor dem Stopp der Aktion durch Hitler in die Tötungsanstalt im Schloss Hartheim. Alle wurden in der Gaskammer ermordet.

Anton Blaha

Bildquelle: Chronik der Schwestern von Sta. Christiana