Wiener Straße 90 (verlegt 2013)

Emanuel und Theresia Koppel

Shoa und „Euthanasie“

Emanuel Koppel, geboren am 8. 3. 1881 in Wiesen, Vertreter,
Therese Koppel, geborene Gross am 15. 1. 1892 in Gjör,
Kinder Alfred (1908), Edith (1912) und Helene (1914).
Emanuel und Therese kamen nach der Flucht nach Jugoslawien in Zagreb ums Leben. Sohn Alfred verstarb in der Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling. Die beiden Töchter konnten emigrieren.

Emanuel Koppel kam mit seiner Familie 1925 aus Sauerbrunn nach Wiener Neustadt und lebte bis 1938 in der Wiener Straße 90.

Sohn Alfred war geistig behindert, wurde 1932 in die Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling überstellt und starb dort kurz vor dem offiziellen Anlaufen der nationalsozialistischen Erwachsenen-„Euthanasie“ in der Anstalt an „Lungentuber-kulose“ – möglicherweise eine falsche Angabe, die eine natürliche Todesursache vortäuschen sollte.

Die beiden Töchter konnten das Land verlassen, Tochter Helene emigrierte nach Australien und Tochter Edith überlebte in Palästina.

Emanuel Koppel und seine Frau wurden am 15. Februar 1939 als „nach Jugoslawien ausgewandert“ vermerkt. Sie flüchteten nach Brcko und Zagreb und starben 1941 in Zagreb.

nach „Lebenslinien“ von Werner Sulzgruber