Breuer Gustav dt

Neunkirchner Straße 33 (verlegt 2022)

Gustav und Hilda Breuer

Familie Breuer – Exekution der Eltern & jugendlichen Söhne

Gustav Breuer, geboren am 17. März 1893 in Mattersburg,
Gattin Hilda Schön, geboren am 11. Juli 1904 in Ungarisch Brod und
Söhne Theodor, geboren 1929, und Walter, geboren 1931.
Im Zuge des Kladovo-Transportes wurden Gustav 1941 in Zasavica bei Šabac und Hilda 1942/43 in Šabac in Jugoslawien ermordet. Beide Söhne wurden am 14.9.1942 nach Maly Trostinec deportiert und dort am 18.9.1942 ermordet.

Zu den Mitgliedern der Großfamilie Breuer, die sich erst in den 1920er Jahren, aus dem 1921 dem österreichischen Staatsgebiet angeschlossenen Burgenland kommend, niederließen, zählt der Reisende und Handelsangestellte Gustav Breuer. Er fand 1923 zuerst an der Adresse von David und Franziska Breuer in der Ungargasse 6 Unterkunft und wohnte anschließend stets an solchen Adressen, an denen Verwandte (der Breuer oder Koppel) gemeldet waren.

Im Jahr 1927 ehelichte Gustav Breuer die ebenfalls aus Ungarn stammende Hilda Schön. Es folgten 1928 der Umzug in die Neunkirchner Straße 39/1/4, 1929 die Geburt des ersten Kindes Theodor und 1931 die Geburt des zweiten Sohnes Walter sowie der weitere Umzug 1935 in ein Haus in der nächsten Umgebung, Neunkirchnerstraße 33/1/3. Zuerst als Handelsreisender und dann als Kaufmann verdiente Gustav das Einkommen für seine wachsende Familie, zusätzlich brachte die Teilhaberschaft an der Druckerei Breuer sichtlich existenzielle Sicherheit in Zeiten der Wirtschaftskrise.

Verhältnismäßig lange konnte die vierköpfige Familie 1938 in der Mietwohnung in der Neunkirchner Straße verbringen, während andernorts die Verträge mit jüdischen Mietern rasch aufgelöst und jene vor die Tür gesetzt wurden. Es handelte sich um ein Haus in der Rosengasse 8, wohin nicht nur Friedrich Breuer, seine Frau und seine beiden Söhne im September 1938 zogen, sondern sukzessive nahezu alle Mitglieder der Großfamilie Breuer – jedenfalls bis auf Weiteres.

Im Verlauf der sogenannten „Reichskristallnacht“ erfolgte die Inhaftierung der Familie. Gustav wurde am 12. November in das KZ Dachau gebracht, wo er eine Zeit lang verbleiben musste. Die Rembrandtstraße 34/14 in Wien diente in der Folge als Quartier von Familienangehörigen. Die NS-Behörden dokumentierten eine Abmeldung nach Uruguay, aber die Familie flüchtete wahrscheinlich in die Tschechoslowakei.

Alle Mitglieder der Familie Gustav Breuer kamen in der Shoah um: Gustav 1941 in Zasavica bei Šabac in Jugoslawien, Hilda 1942/43 in Šabac. Die Kinder brachte man am 14. September 1942 mit dem „Transport 41“ von Wien nach Maly Trostinec, wo man beide am 18. September 1942 sofort nach ihrer Ankunft durch Exekution ermordete.

Werner Sulzgruber